Wann kann eine Infusion sinnvoll sein?
Ein nachgewiesener Vitaminmangel oder eine gestörte Aufnahme im Magen-Darm-Trakt kann Anlass für eine Behandlung sein. Wir prüfen anhand Ihrer Vorgeschichte, Beschwerden und gegebenenfalls Laborwerte, ob eine Infusion notwendig ist oder eine Behandlung über Ernährung oder Tabletten ausreicht. Die Wahl des Präparats und der Verabreichungsform erfolgt individuell.
Erschöpfung, Infekte und Regeneration
Müdigkeit, Erschöpfung oder Burnout, häufige Infekte, die Erholung nach Operationen oder Erkrankungen sowie starke sportliche Belastung sind mögliche Anlässe für eine ärztliche Beratung. Auch bei chronischen Entzündungen und anhaltendem Stress klären wir zunächst die Ursache und einen möglichen Mangel. Diese Situationen allein begründen keine Vitamininfusion und kein Versprechen einer schnelleren Regeneration.
Gegenanzeigen: Wann keine Infusion erfolgen darf
Bei einer bekannten Allergie oder Überempfindlichkeit gegen einen Inhaltsstoff wird das betreffende Präparat nicht angewendet. Weitere Gegenanzeigen hängen von Wirkstoff, Dosis und Infusionslösung ab. Dazu können eine bestehende Überversorgung mit dem jeweiligen Vitamin oder eine Eisenspeichererkrankung bei Eisenpräparaten gehören. Schwere Nierenfunktionsstörungen, fortgeschrittene Herzschwäche, dekompensierte Lebererkrankungen oder ungeklärte akute Beschwerden erfordern vor einer geplanten Infusion eine ärztliche Abklärung; eine Behandlung kann dabei ausgeschlossen sein.
Besondere Vorsicht und Rücksprache
Bitte informieren Sie uns über Nierenfunktionsstörungen, Diabetes mellitus, Schwangerschaft oder Stillzeit, Gicht beziehungsweise erhöhte Harnsäurewerte sowie alle Medikamente – insbesondere eine laufende Chemotherapie. Wir prüfen mögliche Wechselwirkungen und entscheiden, ob eine Behandlung möglich ist und angepasst werden muss. Bei Diabetes beachten wir auch die Zusammensetzung der Infusionslösung und mögliche Einflüsse von Vitamin C auf Blutzuckermessungen.
Vitamin C: G6PD-Mangel und Nierensteine
Vor einer hochdosierten Vitamin-C-Infusion muss ein Glucose-6-Phosphat-Dehydrogenase-Mangel (G6PD-Mangel) ausgeschlossen werden, da ein gefährlicher Zerfall roter Blutkörperchen auftreten kann. Dieser Hinweis gilt bereits vor einer Hochdosistherapie, nicht erst oberhalb von 7,5 g. Eine Nierensteinvorgeschichte, insbesondere Oxalatsteine, eine Neigung zur Oxalatbildung oder Eisenspeichererkrankungen müssen ebenfalls vorab geklärt werden. Für bestimmte Vitamin-C-Präparate sind Oxalatsteine und Eisenspeichererkrankungen ausdrückliche Gegenanzeigen.